Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Produktion von ukrainischem Honig: Ansätze zur Standardisierung und Qualitätssicherung

Am 09. Juli 2024 wurde auf Anregung des APD ein Runder Tisch zum Thema: „Überblick über die Honigstandards bei der industriellen Produktion“ organisiert. Die Veranstaltung brachte Vertretende der industriellen Honigproduktion zusammen, um Fragen der Standardisierung und die Perspektiven zur Verbesserung der bestehenden Regelungen in diesem Bereich zu diskutieren. Eine vergleichende Analyse der normativen Dokumentation im Hinblick auf europäische Bestimmungen wurde von der Fachexpertin Frau Anna Burka vorbereitet und präsentiert. Zudem wurde bei der Veranstaltung ein Policy Paper zum Thema: „Perspektiven der EU-Integration der ukrainischen Honigbranche: Herausforderungen und Empfehlungen“ vorgestellt, das von Frau Larisa Starikova, Koordinatorin des analytischen Zentrums der NGO „Agrarunion der Ukraine“, vorbereitet wurde.
Die Veranstaltung wurde von Herrn Yukhnovskiy, dem Vorsitzenden des Unternehmerausschusses für Agrar- und Lebensmittelwirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer der Ukraine, eröffnet. Er informierte die Teilnehmenden über den aktuellen Stand der Branche und forderte sie zur aktiven Teilnahme an der Diskussion auf. Auf Grundlage der vorgestellten Analyse sollen Vorschläge zur Verbesserung der Regulierung und Standardisierung der Honigproduktion erarbeitet und an das MAPE übermittelt werden.
Frau Starikova betonte, dass die Honigproduzenten selbst in die Entwicklung der Infrastruktur ihrer Branche investieren und Verbindungen zu Handelsnetzen aufbauen müssen. Dies werde die Entwicklung von Handelsbeziehungen fördern. Bereits heute könnten sich die Produzenten zusammenschließen und Programme zur Stärkung des Verbrauchervertrauens initiieren. Darüber hinaus müsse das System der branchenspezifischen Bildung überarbeitet werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Die Entwicklung sollte durch die Integration der besten in- und ausländischen Praktiken vorangetrieben werden. Außerdem sollten die Produzenten konstanten Druck auf die Harmonisierung der Politiken mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Kohäsionspolitik, der Innovationspolitik und der Digitalisierungspolitik ausüben und sich dafür einsetzen, die Imkerei in die strategischen Programme der Gebietskörperschaften einzubeziehen.
Die durchgeführte Analyse ergab Folgendes: Im Staatlichen Standard der Ukraine wird Honig in die Kategorien „höchste“ und „erste“ Qualität eingeteilt, während im Erlass 330 und in der EU-Richtlinie eine solche Einteilung fehlt. Im Erlass 330 erfolgt eine Unterteilung in polyfloralen und monofloralen Honig, während diese Unterscheidung in der Richtlinie nicht vorhanden ist. Zudem gibt es Unterschiede in der Klassifizierung des Honigs nach Herkunft und Herstellungsverfahren im Staatlichen Standard und im Erlass 330 beziehungsweise in der Richtlinie. Einige Parameter wie Säuregehalt, Feuchtigkeitsgehalt, elektrische Leitfähigkeit, Gehalt an Hydroxymethylfurfural, Prolin, Saccharosegehalt und Diastaseaktivität unterscheiden sich im nationalen Standard und im Erlass 330 beziehungsweise in der Richtlinie. Auch die Methodik zur Untersuchung der Diastaseaktivität ist unterschiedlich, was zu abweichenden Ergebnissen führt. Im Staatlichen Standard sind die zulässigen Restgehalte an Antibiotika, Pestiziden und toxischen Elementen im Honig angegeben, während diese Parameter im Erlass 330 und in der Richtlinie nicht spezifiziert sind und durch zusätzliche normative Dokumente sowohl in der Ukraine als auch in den EU-Ländern geregelt werden. Empfehlungen zur Verbesserung der Regulierung und Standardisierung der Honigproduktion befinden sich derzeit in der Entwicklung.

Quelle und Foto: APD
 

09.07.2024
APD Projektaktivität