Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Seminar-Workshop für Facilitator:innen von Initiativgruppen kleiner Agrarbetriebe

Am 24. April 2025 nahm der APD an einem Seminar-Workshop für Facilitator:innen von Initiativgruppen kleiner Agrarbetriebe teil. Die Veranstaltung fand am Institut für Weiterbildung und Tourismus der Nationalen Universität für Biowissenschaften und Naturressourcen der Ukraine (NUBiP) im Rahmen des EU-Projekts „Institutionelle und politische Reform der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (IPRSA)” statt.
Das von der IPRSA-Initiative mit Unterstützung der EU durchgeführte Pilotprojekt „Initiativgruppen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe“ wurde in sechs ukrainischen Regionen gestartet: Dnipropetrowsk, Shytomyr, Poltawa, Tscherkassy, Kyjiw und Tschernihiw. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der Territorialgemeinden aus der Region Kyjiw, die künftig einen konstruktiven Dialog mit den wichtigsten Akteuren des Agrarsektors auf lokaler Ebene fördern sollen.
Das Programm des Workshops umfasste eine Einführung in die Arbeit des Staatlichen Agrarregisters (DAR), das System für landwirtschaftliches Wissen und Innovationen (AKIS) sowie in die Grundlagen der Bildung von Initiativgruppen kleiner Agrarbetriebe (SIG). Ziel der SIG-Gründung ist es, auf Gemeindeebene – mit Unterstützung der lokalen Selbstverwaltungsorgane – Initiativgruppen kleiner Landbesitzer:innen zu etablieren, um diese auf die Umsetzung innovativer Ansätze und die Steigerung ihrer Einkommen auszurichten.
Die IPRSA-Experten Herr Serhii Zamidra und Herr Ross Bull stellten die Grundlagen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU vor und gaben einen Überblick über die sieben strategischen Ziele der Strategie zur Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume in der Ukraine bis 2030. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stand die Umsetzung dieser Ziele unter Berücksichtigung europäischer Integrationsprozesse. Zudem diskutierten sie mit den Vertreter:innen der Territorialgemeinden die Möglichkeiten und Vorteile des Staatlichen Agrarregisters sowie den verbesserten Zugang von Agrarbetrieben und der ländlichen Bevölkerung zu Informationen und modernen Technologien durch die Anbindung an das AKIS-System.
Frau Svitlana Pavlenko, Expertin des APD, informierte die Teilnehmenden über die Projektaktivitäten und die Zusammenarbeit mit den APD-Pilotgemeinden im Bereich der Qualifizierung von Fachkräften für die agrarische und ländliche Entwicklung auf Gemeindeebene:
„Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Pilotgemeinden hat dazu beigetragen, die Arbeit der Exekutivorgane in den APD-Pilotgemeinden zu stärken – insbesondere im Hinblick auf die Neubewertung eigener Ressourcen und die strategische Planung ihres Einsatzes. Solche Fachkräfte sollten in jeder ländlichen oder kleinstädtischen Gemeinde vorhanden sein, da sie ein zentrales Element im Wissens- und Innovationssystem darstellen. Die Entwicklung langfristiger Regionalentwicklungsprojekte basiert letztlich auf der Fähigkeit, eigene Ressourcen richtig einzuschätzen und eine funktionierende Kommunikation sowohl mit der lokalen Agrarwirtschaft als auch mit der Bevölkerung aufzubauen“, betonte Frau Pavlenko.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem ein vom APD erarbeitetes Handbuch vorgestellt: „Landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung von Gebietskörperschaften. Praktische Erfahrungen und Empfehlungen für den Aufbau von Kapazitäten“. Die Publikation stützt sich auf die Erfahrungen aus der vierjährigen Zusammenarbeit mit acht Pilotgemeinden in fünf Regionen der Ukraine. Sie bietet praxisnahe Empfehlungen für die Erarbeitung lokaler Strategie- und Programmdokumente, die als Grundlage für die mittelfristige Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion und ländlicher Räume dienen sollen. Darüber hinaus enthält das Handbuch hilfreiche Hinweise für kommunale Selbstverwaltungsorgane in diesen Bereichen. Die Publikation ist unter folgendem Link verfügbar: https://www.apd-ukraine.de/fileadmin/user_upload/Handbuch_1.pdf
Die Teilnehmenden diskutierten außerdem sogenannte „Wachstumspunkte“ der anwesenden Gemeinden sowie Beispiele innovativer Lösungen kleiner Agrarbetriebe im Hinblick auf Herausforderungen in der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung.
Herr Zamidra informierte abschließend, dass ausgewählte Projektvorschläge im Rahmen einer Veranstaltung mit Beteiligung des Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine (MAPE) sowie internationaler Geber präsentiert werden könnten. Diese Veranstaltung ist für September dieses Jahres geplant.
 

Quelle und Foto: АPD

24.04.2025
APD Projektaktivität