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Potenzial der Produktion und des Handels mit Ölsaaten: EUDR-Perspektiven – Auftakt einer Seminarreihe zur Exportentwicklung

Am 27.11.2025 veranstaltete der APD das erste Seminar einer vierteiligen Reihe zur Förderung des Exports von Agrar- und Lebensmittelprodukten zum Thema „Potenzial der Produktion und des Handels mit Soja und Raps: EUDR-Perspektiven“. Die Veranstaltung fand in hybrider Form statt und wurde in Partnerschaft mit der IHK der Ukraine sowie mit Unterstützung der FAO organisiert.
Die Seminarreihe wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) umgesetzt und zielt auf die Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland im Agrarsektor ab.
Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Stärkung der Exportkompetenz ukrainischer und deutscher Unternehmen sowie branchenspezifischer Verbände entlang der Wertschöpfungsketten von Soja und Raps. Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden mit den Anforderungen der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR) sowie mit weiteren Elementen des EU-acquis vertraut gemacht.
Die Teilnehmenden wurden von Vertreter*innen des BMLEH sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine begrüßt. In ihren Ansprachen skizzierten sie die Prioritäten der agrarhandelspolitischen Ausrichtung im Kontext der Annäherung an die EU.
Mit Grußworten wandten sich zudem die Leiterin des APD, Mariya Yaroshko, sowie der Vorsitzende des Unternehmerkomitees des Agrar- und Industriesektors bei der IHK der Ukraine, Oleh Yukhnovskiy, an die Teilnehmenden. Sie betonten, dass die Ukraine weiterhin zu den wichtigsten Lieferanten pflanzlicher Rohstoffe für die EU zählt, insbesondere von Ölsaaten und proteinreichen Futtermitteln.
„Der Marktzugang wird zunehmend durch Anforderungen an Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung der EUDR bestimmt. Zusätzliche Einflussfaktoren sind logistische Risiken unter den Bedingungen des Krieges sowie die Einführung eines Exportzolls auf Soja und Raps ab dem 04.09.2025 zur Förderung der inländischen Verarbeitung. Vor diesem Hintergrund soll das Seminar die praktischen Erfahrungen der Ukraine und Deutschlands zusammenführen, die regulatorischen Erwartungen der EU präzisieren und weitere Schritte zur Stärkung des Exportpotenzials des ukrainischen Agrarsektors definieren“, erklärte Frau Yaroshko.
Im Rahmen des Seminars wurden ukrainische und europäische Perspektiven zur Entwicklung der Produktion, Verarbeitung und des Handels mit Soja und Raps vorgestellt. Dies umfasste unter anderem eine Analyse der Markttrends sowie der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen.
Im ersten Veranstaltungsblock präsentierte Andrii Kupchenko, Leiter der Abteilung für Business-Projekte der Informationsagentur „APK-Inform“, Informationen zur Produktionsdynamik von Soja und Raps, zu den Qualitätsanforderungen, zu vorhandenen Verarbeitungskapazitäten sowie zu Exportströmen.
Dr. Verena Laquai vom Institut für Marktanalyse (Thünen-Institut, Deutschland) stellte die aktuellen Trends auf dem EU-Markt, die Nachfrageentwicklung sowie mögliche Kooperationsrichtungen vor.
Den zweiten Block eröffnete Volodymyr Pugachov, Vorstandsmitglied der Assoziation „Donau Soja“, mit einer Präsentation zu den Anforderungen und Etappen der Umsetzung der EUDR für inländische Unternehmen. Dabei ging er insbesondere auf Aspekte der Rückverfolgbarkeit, der Sorgfaltspflichten, des Lieferantenmanagements sowie der internen Kontrollmechanismen ein.
Die nationalen FAO-Experten Alla Oborska und Petro Testov stellten den Entwurf des Gesetzes „Über den Handel mit Waren, die zur Abholzung und Degradierung von Wäldern führen können“, sowie den Entwurf eines Systems der gebotenen Sorgfalt für Holzexporteure vor.
Ivan Lakyda, nationaler FAO-Spezialist, präsentierte den FAO-Impulsbericht zum Thema „Die Bedeutung multilateraler Bottom-up-Prozesse der Politikgestaltung“.
Die Teilnehmenden des Seminars – darunter ukrainische und deutsche Unternehmen aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor, Vertreter*innen der Deutschen Auslandshandelskammer sowie ukrainischer Branchenverbände – kamen zu dem zentralen Schluss, dass die EUDR zu einem entscheidenden Faktor für den Zugang zum EU-Markt für Soja, Raps und Holz wird. Unabhängig von einer möglichen Verschiebung der praktischen Anwendung müssen die Vorbereitungen zur Erfüllung der Anforderungen (Rückverfolgbarkeit, Geodaten, gebotene Sorgfalt) bereits jetzt beginnen.
Zudem wurde hervorgehoben, dass die nächsten Schritte gezielte Schulungsmaßnahmen für Unternehmen, den Austausch praktischer Erfahrungen zwischen der Ukraine und Deutschland sowie die Entwicklung einer „Roadmap“ zur Steigerung der Exportfähigkeit entlang der Wertschöpfungsketten von Soja und Raps umfassen sollten.
Der von der APD organisierte Dialog zwischen Staat, Wirtschaft und internationalen Partnern sollte daher fortgesetzt werden, da er eine notwendige Voraussetzung für eine wirksame Implementierung der EUDR darstellt.

Quelle und Foto: APD
 

27.11.2025
APD Projektaktivität