Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Die ukrainische Agrarbranche auf dem Weg zur EU: Fachinformationsreise des APD nach Brüssel

Vom 18. bis 23. Mai 2025 organisierte der Deutsch-Ukrainische Agrarpolitische Dialog (APD) eine Fachinformationsreise nach Brüssel unter dem Titel „Perspektiven des ukrainischen Agrarsektors auf dem Weg der europäischen Integration: aktuelle Herausforderungen und Vorbereitung auf den Verhandlungsprozess“. Ziel war es, das Verständnis für die EU-Beitrittsprozesse zu vertiefen und zentrale Herausforderungen für die ukrainische Landwirtschaft zu analysieren.
Teil der Delegation waren Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine (MAPE), des Agrarausschusses des ukrainischen Parlaments, der Industrie- und Handelskammer (IHK), des Staatlichen Dienstes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, von Agrarverbänden sowie Projektfachleute.
Bei einem Besuch bei COPA/COGECA wurden unter anderem die Auswirkungen des „Green Deal“, Umweltanforderungen und klimabedingte Risiken für die Landwirtschaft diskutiert. Die ukrainische Seite stellte Reformprozesse, die Bodenmarktöffnung und die Handelsbeziehungen zur EU vor.
Ein zentrales Treffen mit der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (DG AGRI) sowie der Generaldirektion Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen (DG NEAR) der Europäischen Kommission fokussierte auf die Angleichung der ukrainischen Agrarpolitik an EU-Standards und die Rolle der EU bei der Modernisierung des Sektors. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung strategischer Planung unter den aktuellen Kriegsbedingungen.

Am selben Tag folgte ein Austausch mit dem EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann (Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung). Diskutiert wurde die Transparenz der Reformprozesse, die institutionellen Kapazitäten der ukrainischen Verwaltung sowie die Einhaltung europäischer Governance-Grundsätze im Agrarsektor. Die Sitzung wurde mit Unterstützung des Brüsseler Büros des Ukrainian Agribusiness Club (UCAB) organisiert.
Im weiteren Verlauf besuchte die Delegation die Vertretung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen bei der EU. Dort wurde über die regionale Umsetzung der GAP und die Rolle der Kommunen in der Agrarpolitikplanung gesprochen. Anschließend fand ein Austausch mit Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU statt. Frau Verena Hedtke und Herr Christoph Gilgen stellten den Beitrag des BMLEH im EU-Integrationsprozess der Ukraine dar und gaben praxisnahe Empfehlungen zur Zusammenarbeit zwischen Regierung, Landwirtschaft und EU-Institutionen. Ein Treffen der ukrainischen Delegation mit der NGO „Eurogroup for Animals“ widmete sich den Anforderungen an eine tierwohlgerechte Produktion.
Der letzte Tag war dem Besuch des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) gewidmet. Beiträge, von Oleh Yukhnovskiy (IHK der Ukraine), Oleksandra Avramenko (UCAB) und weiterer Delegationsteilnehmende betonten die Rolle der landwirtschaftlichen Unternehmen bei der Transformation des Agrarsektors unter Kriegsbedingungen. Vertretende der NAT-Sektion des EWSA unterstrichen die Notwendigkeit, die Zivilgesellschaft aktiv in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.
Die Reise verdeutlichte, dass eine erfolgreiche EU-Integration nicht nur politischen Willen voraussetzt, sondern ebenso umfassendes Fachwissen, starke institutionelle Kapazitäten und einen strukturierten Dialog zwischen Verwaltung, Landwirtschaft und Gesellschaft erfordert. Die Delegation präsentierte beachtliche Fortschritte und erwies sich als kompetenter Partner im europäischen Dialog.

Quelle und Foto: APD

18.05.2025
APD Projektaktivität