Die Stimme des ukrainischen Agrarsektors in Brüssel: Ein Beitrag zur EU-Integration
Der zweite Tag des Fachbesuchs der Delegation von APD Ukraine in Brüssel war den Arbeitstreffen mit zentralen europäischen Institutionen und Partnern gewidmet, mit besonderem Fokus auf den direkten Austausch zwischen dem ukrainischen Agrarsektor und der Europäischen Union.
Die Delegation setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Branchenverbänden, landwirtschaftlichen Organisationen, Genossenschaften sowie professionellen Netzwerken zusammen, die unterschiedliche Segmente des ukrainischen Agrarsektors repräsentieren. Diese Zusammensetzung ermöglichte einen differenzierten Austausch sowie die strukturierte Einbringung von Anliegen, die für Unternehmen und Fachgemeinschaften im Kontext des EU-Beitrittsprozesses von besonderer Relevanz sind.
Im Rahmen eines Treffens mit dem Vertreter der Ukraine bei der EU, Vsevolod Chentsov, wurden Möglichkeiten erörtert, die Verbindung zwischen sektoralen Perspektiven und dem offiziellen Verhandlungsprozess weiter zu stärken sowie die systematische Einbindung des ukrainischen Agrarsektors in die europäische Agenda zu fördern.
Ein weiterer Programmpunkt war das Treffen mit der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU, bei dem die Weiterentwicklung des deutsch-ukrainischen agrarpolitischen Dialogs sowie Möglichkeiten des Informations- und Erfahrungsaustauschs im Hinblick auf eine strukturierte Einbindung relevanter Akteure im Integrationsprozess diskutiert wurden.
Im Rahmen der Kontakte mit der Europäischen Kommission führte die Delegation ein Arbeitstreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Erweiterungseinheit der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (DG AGRI) durch. Im Mittelpunkt standen praktische Aspekte der Annäherung der Ukraine an die EU-Politiken sowie Erwartungen des Agrarsektors im Kontext des laufenden Beitrittsprozesses.
Zu den zentralen Themen, die von den Branchenvertretern eingebracht wurden, zählten:
• eine schrittweise Anpassung an SPS-Anforderungen unter Berücksichtigung der Kapazitäten der Produzenten, insbesondere kleiner und mittlerer Betriebe;
• die Perspektiven einer Integration in die Mechanismen der Gemeinsamen Marktorganisation (CMO) sowie der Zugang zu entsprechenden Instrumenten der Marktstützung;
• die mögliche Ausgestaltung von Übergangsregelungen für einzelne Sektoren vor dem Hintergrund von Anpassungskosten und potenziellen Wettbewerbsrisiken.
Der Leiter der zuständigen Einheit, Herr Bollen, hob die Bedeutung eines solchen Dialogformats unter Einbindung des Sektors hervor und signalisierte Interesse an dessen Fortführung als wertvolle Ergänzung zur zwischenstaatlichen Kommunikation zwischen der Ukraine und der Europäischen Union.
Der zweite Tag des Besuchs unterstrich erneut die Rolle von APD Ukraine als offene und inklusive Plattform, die zur Einbindung unterschiedlicher Akteursgruppen auf europäischer Ebene beiträgt und die Entwicklung einer kohärenten, praxisorientierten Position der Ukraine im EU-Integrationsprozess unterstützt.