APD unterstützt die Einführung einer systemischen Reform des Wissens- und Innovationssystems in der Landwirtschaft der Ukraine
Am 30. September 2025 nahm der Deutsch-Ukrainische Agrarpolitische Dialog (APD) auf Einladung des EU-Projekts „Institutionelle und politische Reform für die kleinbäuerliche Landwirtschaft“ (IPRSA/EU4SmallFarms) an einer Fachsitzung mit Vertreter*innen zentraler und regionaler Behörden, wissenschaftlicher Einrichtungen, Beratungsdiensten und internationaler Partnerorganisationen teil.
Die Veranstaltung stand im Zeichen der Einführung des Agrarwissens- und Innovationssystems (AKIS) in der Ukraine und wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine (MWUL) durchgeführt.
In seiner Eröffnungsrede betonte Denys Bashlyk, stellvertretender Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine, dass das Ziel des Treffens darin bestehe, Entwicklungsprioritäten festzulegen und die Einführung neuer Kenntnisse und Technologien in die Agrarproduktion zu fördern. Dies trage wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums bei. Zugleich verwies er auf die wachsende Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses und die Notwendigkeit, kleine und mittlere Agrarbetriebe besser beim Zugang zu relevanten Informationen zu unterstützen.
Mykola Moroz, stellvertretender Direktor der Abteilung für ländliche Entwicklung des MWUL, stellte die Schwerpunkte der Strategie für die Agrar- und ländliche Entwicklung der Ukraine 2025–2030 vor. Diese sieht unter anderem die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, die Modernisierung der Produktion, die Förderung der Verarbeitung sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel vor – insbesondere durch die Einführung innovativer Ansätze. Zudem präsentierte Herr Moroz das Konzept regionaler AKIS-Hubs, die eine dezentrale Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte durch Beratung, Schulung, Erfahrungsaustausch und Förderung der Zusammenarbeit sicherstellen sollen.
Die IPRSA-Experten Ross Bull und Mark Redman stellten mögliche Entwicklungsszenarien für das AKIS-System in der Ukraine vor. Dabei verwiesen sie auf die Notwendigkeit, die aktuellen Rahmenbedingungen und den Wiederaufbau nach dem Krieg zu berücksichtigen. Zugleich hoben sie die Bedeutung der Einhaltung von EU-Anforderungen und die Nutzung internationaler Erfahrungen hervor.
Das Unternehmen BRIZ präsentierte den Entwurf eines nationalen AKIS-Portals, das künftig mit dem europäischen EU FarmBook verknüpft werden soll. Über dieses Portal sollen ukrainische Landwirtinnen und Landwirte Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen, Informationen über moderne Technologien und bewährte Praktiken erhalten. Darüber hinaus sollen sie die Möglichkeit haben, an Expertendiskussionen teilzunehmen und Fachfragen zu stellen.
In den Gruppendiskussionen wurden Ansätze zur Anwendung von SMART-KPI-Indikatoren zur Effizienzüberwachung des AKIS-Systems sowie die Verwaltungsstrukturen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene erörtert.
Die Leiterin des APD, Mariya Yaroshko, unterstrich die Bedeutung der Entwicklung eines Konzepts für die Einrichtung und Funktionsweise regionaler AKIS-Hubs. Dabei sei die Einbindung von Beraterinnen und Beratern für Agrar- und ländliche Entwicklung in den Territorialgemeinden von zentraler Bedeutung.
Die Teilnehmenden betonten abschließend, dass die Einführung des AKIS einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem modernen Innovationsmanagement nach europäischem Vorbild darstellt. Dieses System ermögliche eine koordinierte Zusammenarbeit der zentralen Akteure – Staat und Gemeinden, Wissenschaft und Bildung, Wirtschaft und Fachgemeinschaften – in einem einheitlichen Rahmen.
Quelle und Foto: APD