Zucker: Einführung der Zuckersteuer in Deutschland
In der geplanten Gesundheitsreform, die das Bundeskabinett am Mittwoch (29. April) beschlossen hat, ist doch eine Zuckerabgabe ab 2028 vorgesehen. Entgegen den Beteuerungen von Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU), der eine Zuckersteuer ablehnt, hatte zuletzt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine Abgabe angedeutet. Auch der CDU-Parteitag hatte eine Zuckersteuer zuvor abgelehnt. Vorgesehen ist, eine gestaffelte Abgabe ab 2028 auf zuckergesüßte Getränke einzuführen, um mit den geschätzten Einnahmen von jährlich 450 Mio. € die Beitragssätze zur Krankenversicherung stabil halten zu können. Hinzu kommen höhere Steuersätze auf Tabak, Plastik und Alkohol.
Macht nicht schlanker
Die Wirtschaftliche Vereinigung der Zuckerwirtschaft (WVZ) lehnt eine Zuckersteuer ab.
“Sie schafft zusätzliche Belastungen für Wirtschaft und Verbraucher, ohne nachweisbaren gesundheitlichen Nutzen. Schlanker gemacht hat sie Bürger bislang in keinem Land der Welt”, sagt der Vorsitzende des Branchenverbandes Stefan Streng.
“In Großbritannien ersetzen die Hersteller den Zucker in Getränken durch künstliche Süßstoffe. Die Übergewichtsraten steigen aber weiter an,” kommentiert Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der WVZ die Pläne der Bundesregierung. "Dann bedeutet diese Maßnahme nur das Stopfen von Haushaltslöchern. Großbritannien hat die Zuckermengen in Softdrinks und den Zuckerkonsum insgesamt erfolgreich reduziert. Dort müssen Hersteller eine Abgabe für Getränke zahlen, die 5 Gramm pro 100 Milliliter Zuckeranteil überschreiten.
Quelle: agrarticker.de
Autorin: Daphne Huber
Datum: 29. April, 2026