Ukraine: Nordafrika kauft in Frankreich
Ohne finanzielle Unterstützung für die ukrainischen Landwirtschaftsbetriebe durch den Staat ist die Ernte 2027 in Gefahr. Das Landwirtschaftsministerium in Kyjiw befürchtet, dass die Einkommen auf den Betrieben sinken, weil sie aufgrund der von Russland blockierten Seehäfen derzeit kaum Ware exportieren können. Die Ukraine ist wie Russland und Kasachstan darauf angewiesen, die neue Ernte so schnell wie möglich auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Lagereinheiten für den Winter sind Mangelware.
Zudem benötigen die Betriebe das Geld, um wieder Betriebsmittel wie Saatgut einkaufen zu können. Kommt es nicht zu einer Wende befürchten staatliche Stellen, dass die Anbaufläche für die Ernte 2027 von Weizen und Raps schrumpfen.
"Es besteht das Risiko, dass die Aussaatfläche für die nächste Ernte um 5 bis 7 Mio. ha zurückgehen könnte“,
zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Mitteilung des Ministeriums. Für die Ernte 2026 wurden in der Ukraine rund 20 Mio. ha mit landwirtschaftlichen Kulturen bestellt. Den größten Anteil daran hatten Weizen, Mais und Sonnenblumen. Die Ukraine gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Raps und Mais in die EU.
Internationale Händler beobachten mit Sorge die Eskalation im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Die Agentur Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass Russland damit droht, seine Raketenangriffe auf Kyjiw zu verstärken. Beunruhigt zeigten sich Händler auch von der Nachricht, dass die Reparaturen an einem großen Getreideterminal im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nach Angaben des Betreibers NKHP bis zu vier Monate dauern könnten. Damit ist nicht nur die Ukraine im Export eingeschränkt, sondern auch Russland.
An der Euronext kommt der in den vergangenen Tagen gestiegene Septemberweizen am Donnerstag (27. August) um 2,25 auf 233,75 €/t zurück. Nach Agenturberichten wenden sich die nordafrikanischen Käuferländer vom Schwarzmeer ab und schauen sich in Westeuropa um. Wie Kaak Terminhandel berichtet, sollen noch in dieser Woche Schiffe mit französischen Weizen in Richtung Ägypten starten. Ägypten, der weltweit größte Weizenimporteur, bezog im ersten Halbjahr 2026 mehr als 80 Prozent seiner Weizenimporte aus Russland und der Ukraine.
Quelle: agrarticker.de
Autorin: Daphne Huber