Tierhaltung: Brüssel stellt Geld zum Umbau in Aussicht
Die EU-Kommission hat in dieser Woche ihre Nutztierstrategie vorgestellt. Darin kündigt sie den Übergang zu einer widerstandsfähigen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Tierhaltung an. Zugleich will sie durch verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen mehr Planungssicherheit schaffen, heißt es in der EU-Nutztierstrategie. Die Finanzierungslücke bei Investitionen in Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz will die EU-Kommission mit finanziellen Mitteln schließen. Das Landvolk Niedersachsen begrüßt den in der Strategie vorgesehenen europaweiten Ausstieg aus der Käfighaltung bei Legehennen sowie das Verbot des Tötens männlicher Eintagsküken. Damit hebt die EU das Tierschutzniveau auf die bereits in Deutschland geltenden Vorgaben an. Gleichzeitig sollen gleichwertige Standards für Importe tierischer Produkte aus Drittländern gelten. Damit unterliegen importierte Erzeugnisse denselben Anforderungen wie in der EU.
Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Stephanie Sabet, bezeichnet das finanzielle Versprechen der EU-Kommission zum Umbau der Tierhaltung als einen “Prüfauftrag”. Das sei ihrer Meinung nach die falsche Reihenfolge.
Wer den Umbau der Tierhaltung will, muss ihn zuerst verbindlich regeln und finanziell absichern. Ferner bedarf es in der EU-Nutztierstrategie realistische Übergangsfristen für den Umbau, so DBV-Generalsekretärin Sabet.
Enttäuscht zeigt sich der Bayerische Bauernverband (BBV), dass die Strategie keine klareren Ansätze für den Ausbau der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung enthält. Freiwillige Kennzeichnungen sind wichtig, aber in ihren Möglichkeiten ausgereizt. Notwendige Fortschritte – etwa bei verarbeiteten Produkten oder im Außer-Haus-Verzehr – sind aus Sicht des BBV nur über verpflichtende EU-Regelungen zu erreichen.
Quelle: agrarticker.de
Autorin: Daphne Huber