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Sobolew: 80 % der ukrainischen Agrarunternehmen könnten EU-Subventionen nicht in Anspruch nehmen

Der Zugang zur Europäischen Union eröffne der Ukraine einen Markt mit 450 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie neue Investitionsmöglichkeiten und bessere Perspektiven für den Export von Erzeugnissen mit höherer Wertschöpfung. Gleichzeitig werde die Integration in den europäischen Agrarraum Verhandlungen über eine Reihe sensibler Fragen erforderlich machen.

„Für uns bedeutet dies den Zugang zur Gemeinsamen Agrarpolitik und zu den entsprechenden Subventionen. Wenn wir uns jedoch ansehen, wie die derzeitigen Regelungen ausgestaltet sind, könnten 80 % unserer Betriebe daran nicht teilnehmen, da sie größer sind, als es die EU-Regelungen vorsehen. Darüber müssen wir mit der EU verhandeln“, erklärte Sobolew.

Der Minister betonte zudem, dass Übergangsfristen erforderlich seien, um den ukrainischen Agrarsektor an die europäischen Anforderungen anzupassen. Allein für die Umstellung auf die EU-Standards für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seien seiner Einschätzung nach Investitionen in Höhe von 2 bis 4 Milliarden Euro notwendig.

Er fügte hinzu, dass sich einige EU-Anforderungen negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Erzeugnisse auf Märkten außerhalb der Europäischen Union auswirken könnten. Daher müssten die Bedingungen der Integration die Besonderheiten der ukrainischen Exporte berücksichtigen.

Der Generaldirektor des Unternehmens Kernel, Jewhen Ossypow, erklärte seinerseits, dass sich die ukrainische Agrarwirtschaft bereits aktiv in den europäischen Markt integriere. Rund 50 % der Lebensmittelexporte des Unternehmens gingen in EU-Mitgliedstaaten. Einen erheblichen Anteil davon machten Erzeugnisse mit höherer Wertschöpfung aus, insbesondere Pflanzenöl und Schrot.

Ossypow zufolge sind ukrainische Hersteller bereit, nach europäischen Regeln zu arbeiten und auf dem EU-Markt zu konkurrieren. Entscheidend bleibe jedoch der vollständige Zugang zu diesem Markt ohne zusätzliche Beschränkungen.

Gleichzeitig betonte er, dass die ukrainischen Agrarunternehmen bereits jetzt in die Einhaltung europäischer Standards und in die Zertifizierung ihrer Erzeugnisse investieren müssten, um die Integration der Branche in den EU-Binnenmarkt zu beschleunigen. 


Quelle: latifundist.com

04.06.2026
Agrargesetzgebung Agrarnachrichten Ukraine Märkte und Export Unterstützung für Landwirte