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Rat für Landwirtschaft und Fischerei, 30. März 2026: Handelskonflikte, Energiewende und Makrelenquoten im Fokus

Vision für Landwirtschaft und Ernährung – ein Jahr Umsetzung
Die Ministerinnen und Minister erörterten den Sachstand ein Jahr nach dem Start der EU-Kommissionsvision für Landwirtschaft und Ernährung und bewerteten die bisherigen Fortschritte. Besonders begrüßt wurden der Fokus auf dem Generationswechsel und die Fortschritte bei der Vereinfachung – verbunden jedoch mit dem Hinweis, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind. Diskutiert wurden auch zusätzliche Schritte zur Stärkung von Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Ernährungssicherheit im gesamten EU-Agrar- und Lebensmittelsektor. Unter den geplanten oder in Vorbereitung befindlichen Initiativen wurden eine Nutztierstrategie, ein Plan für die Eiweißversorgung, ein Aktionsplan für Düngemittel sowie Instrumente zur Unterstützung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung genannt.
 

Handelsbezogene Agrarfragen
Die schwierige geopolitische Lage, mit der die Union 2025 konfrontiert war, setzt sich 2026 fort und eskaliert weiter – mit noch nicht absehbaren Folgen für die Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Die Auswirkungen auf Produktions-, Transport- und Verbraucherpreise dürften schwerwiegend sein. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Tiergesundheitslage in weiten Teilen der EU verschlechtert hat.

Die Mitgliedstaaten unterstützten die im Rahmen des Mercosur-Abkommens angenommenen Schutzmaßnahmen; einige forderten deren Ausweitung auf alle Handelsabkommen. Begrüßt wurden auch der Kommissionsplan für Maßnahmen auf Gegenseitigkeit – darunter die Absenkung der Rückstandshöchstmengen für die schädlichsten Stoffe auf null – sowie die eingeleitete Folgenabschätzung, die möglicherweise zu einem vollständigen Verbot von Produkten mit in der EU verbotenen Stoffen führt. Die Mitgliedstaaten wünschten darüber hinaus einen aktuellen Bericht über die Auswirkungen der Freihandelsabkommen auf den EU-Agrarsektor. Sie begrüßten die Zusage der Kommission, die Grenzkontrollen zu verstärken und vermehrt Audits in Drittländern durchzuführen, und sprachen sich für einen umfangreicheren Krisenbewältigungsfonds im kommenden Finanzierungszeitraum aus. Nachdrücklich forderten sie die Kommission auf, rasch einen umfassenden Plan zur Senkung der Produktionskosten auszuarbeiten – insbesondere für den Fall einer anhaltenden Energiekrise, mit Blick auf steigende Düngemittel- und Betriebsmittelkosten.

Als A-Punkt verabschiedete der Rat zudem aktualisierte Leitlinien für den EU-Standpunkt in den G20- und G7-Foren zu Agrarfragen, mit dem Ziel, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit durch multilaterale Zusammenarbeit zu fördern.

Energiewende im Fischerei- und Aquakultursektor
Auf Initiative des zypriotischen Vorsitzes erörterten die Ministerinnen und Minister, wie die Abkehr von fossilen Brennstoffen im EU-Fischerei- und Aquakultursektor beschleunigt werden kann, ohne die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des Sektors zu gefährden. Diskutiert wurden Regulierungsreformen und -vereinfachungen, die Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen sowie die Entwicklung geeigneter Infrastrukturen und Technologien. Der Sektor ist nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig, was ihn anfällig für Energiepreisschwankungen macht. Strukturelle Probleme wie veraltete Flotten, geringe Rentabilität, schwierige Arbeitsbedingungen und begrenzter Generationswechsel erschweren den Übergang zusätzlich. Die Mitgliedstaaten begrüßten insbesondere die Ankündigung der Kommission, die einschlägigen Bestimmungen des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) rasch auszulösen, um den Sektor angesichts steigender Kraftstoffpreise zu unterstützen.


Änderung der Verordnung über Fangmöglichkeiten: Makrelenquote festgesetzt
Der Rat hat eine Änderung der Verordnung über die Fangmöglichkeiten beschlossen und die zulässige Gesamtfangmenge (TAC) für Makrele im Nordostatlantik auf 299 010 Tonnen festgesetzt – in Übereinstimmung mit der Vereinbarung der vier Küstenstaaten. Die Verringerung um rund 49 % spiegelt einen graduellen Erholungspfad wider und bringt die Notwendigkeit des Erhalts des Makrelenbestands mit den Lebensgrundlagen der Fischereiflotten in Einklang, wie die zypriotische Landwirtschaftsministerin Maria Panayiotou betonte. Der Beschluss folgt den Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und stieß bei den Mitgliedstaaten auf breite Zustimmung.

 

Quelle: consilium.europa.eu
 

30.03.2026
APD