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Proteine: Regionale Eiweißversorgung stärken

Die EU-Kommission hat in dieser Woche Maßnahmen in ihrem Eiweiß-Aktionsplan vorgestellt, um die Lieferabhängigkeit von eiweißhaltigen Rohstoffen in die EU zu reduzieren. Bis zum Jahr 2035 soll der Selbstversorgungsgrad bei Futterproteinen 35 Prozent betragen. 2025 waren es 25 Prozent. 

Die EU-Kommission schlägt in ihrer Eiweißstrategie vor, neben der regionalen Produktion von Futterprotein aus Ölsaaten und Eiweißpflanzen auch die Lieferbeziehungen mit Ländern aus dem Mercosur-Handelsabkommen wie Brasilien, Paraguay und Argentinien sowie darüberhinaus mit der Ukraine zu nutzen, berichtet der Nachrichtendienst Agra Europe (AgE). Das Land habe in den vergangenen Jahren die Produktion von pflanzlichem Futterprotein vervielfacht. Ein entscheidender Vorteil sei zudem die geografische Nähe und die enge Partnerschaft. Ein EU-Beitritt der Ukraine würde die Lage der EU-Gemeinschaft bezüglich der Eiweißversorgung auf einen Schlag verbessern. 

Abhängigkeit von den USA reduzieren 

In der Tierhaltung in der EU werden laut EU-Kommission jährlich 74 Mio. t Protein als Futtermittel verbraucht. Rund 26 Prozent davon werden eingeführt, insbesondere Soja. Proteinreiche Pflanzen werden vorwiegend als Sojabohnen und -schrot importiert, vor allem aus den USA, Brasilien und Argentinien. Angesichts von geopolitischen Herausforderungen und Marktverwerfungen soll zudem die Abhängigkeit von Importen von unsicheren Partnern reduziert werden. Die USA unter Präsident Donald Trump werden im offiziellen Dokument zwar nicht klar als Problem benannt. Wie AgE mitteilt, hätten die verantwortlichen EU-Kommissionsbeamten die Vereinigten Staaten als zunehmend unzuverlässigen Handelspartner ausgemacht. Die USA sind wichtiger Lieferant von Sojabohnen in die EU. 

Junglandwirte für Proteinanbau begeistern 

Besonderes Gewicht legt der EU-Proteinplan auf junge Landwirte: Der Anbau von Eiweißpflanzen soll in die EU-Junglandwirtestrategie einfließen. Den EU-Mitgliedstaaten empfiehlt die EU-Kommission in ihrem Proteinplan, über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 entsprechende Maßnahmen in ihre nationalen Pläne aufzunehmen. Dies könne über den neu zu schaffenden Fonds für nationale und regionale Partnerschaft (NRP) geschehen. Anreize wie produktionsgekoppelte Beihilfen könnten etwa den Anbau von Leguminosen, Raps und Sonnenblumen ausweiten, heißt es in dem Papier. Weitere Fortschritte sollen resiliente Wertschöpfungsketten, diversifizierte Importe sowie effizientere, lokal verankerte Tierhaltungssysteme bringen.  

Zum Aktionsplan


Quelle: agrarticker.de

08.07.2026
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