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Diskussionsrunde "Pflanzenschutz und Düngung unter EU-Vorgaben – Chancen und Sorgen aus deutscher und ukrainischer Sicht"

16. Juni 2026, 12:00-12:55, DLG Plaza Stage, Stand VF31 

DLG-Feldtage in Bernburg, Deutschland

Die Diskussionsrunde bringt deutsche und ukrainische Landwirte zu einem offenen Praxisdialog zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie beide Seiten mit den wachsenden EU-Anforderungen im Bereich Pflanzenschutz und Düngung umgehen – und was sie voneinander lernen können.

Deutsche Landwirte berichten, wie sie unter EU-Regulierung und zunehmendem Marktdruck ihre Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Ukrainische Landwirte schildern ihre Perspektive: Als bedeutender Akteur auf den internationalen Märkten für Getreide, Raps und Sonnenblumen stehen sie vor der Frage, wie sich ein möglicher EU-Beitritt auf ihre Kostenstrukturen und Produktionsverfahren auswirken würde.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer Herausforderung, die die Ukraine vor andere Probleme stellt als bestehende EU-Mitglieder: Während Pflanzenschutzwirkstoffe in anderen Ländern schrittweise und über längere Zeiträume verboten wurden, droht der Ukraine im Zuge eines EU-Beitritts ein abruptes Verbot zahlreicher Wirkstoffe auf einmal. Was bedeutet das konkret für die Betriebe – wirtschaftlich, agronomisch und logistisch? Welche Alternativen stehen zur Verfügung, und welche Lösungen sind unter realen Bedingungen tatsächlich umsetzbar?

Eng damit verknüpft ist eine weitere Diskussionsfrage: Sind überhaupt genügend EU-zugelassene Pflanzenschutzmittel-Alternativen verfügbar, um den massiv steigenden Bedarf der Ukraine im Falle eines Beitritts zu decken? Wenn ein Land der Größe der Ukraine auf einen Schlag auf EU-konforme Mittel umstellen muss, könnte dies die Nachfrage nach zugelassenen Produkten erheblich steigen lassen – mit möglichen Folgen für Verfügbarkeit und Preise, auch für bestehende EU-Mitglieder. Droht eine Knappheit? Und wie können Hersteller, Handel und Politik rechtzeitig gegensteuern?

Der Austausch verspricht Einblicke in unterschiedliche Betriebsrealitäten und schafft Raum für konstruktive Lösungsansätze – jenseits von Vorbehalten und Konkurrenzdenken. Denn am Ende profitieren beide Seiten: von konkretem Praxiswissen, gegenseitigem Verständnis und gemeinsamen Antworten auf die Herausforderungen einer regulierten, globalisierten Landwirtschaft.

Bitte beachten Sie: 

Eintrittskarte zu den DLG-Feldtagen berechtigt zur Teilnahme. Anmeldung ist nicht erforderlich. DLG-Feldtage - Eintrittskarte kaufen 

Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie zu, dass Foto- und Videoaufnahmen von Ihnen erstellt und durch Berlin Economics (BE), DLG Holding, APD Ukraine sowie BMLEH für Websites, Social Media, gedruckte Marketingmaterialien genutzt sowie intern auf den Servern der genannten Organisationen und in MS Teams gespeichert werden dürfen.

 

Programm der Diskussionsrunde

16. Juni 2026, 12:00-12:55

Veranstalter: Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog

Sprachen: Ukrainisch/Deutsch 

Moderatoren:

Dr. Olga Trofimtseva, Projektleiterin Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog

Frederik Tipp, Leiter Internationale Projekte, DLG Markets GmbH 

 

Diskutanten: 

Vladyslav Sedyk, Berater des Generaldirektors des Verbandes "Ukrainian Club of Agibusiness" (UCAB)

Pavlo Davydiuk, Landwirtschaftlicher Betrieb „FELIX AGRO“, Ukraine (Mitglied Verband „Ukrainian Agri Counsil“)

Bernd Rodemann, stellv. Leiter des Instituts für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland beim Julius Kühn - Institut

Wilfried Mißlbek, Landwirt aus Bernburg (tbc)

 

In dieser Diskussionsrunde stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

1. Regulierung in der Praxis – Was hat sich bewährt? Wie gehen deutsche Landwirte mit den wachsenden EU-Anforderungen im Pflanzenschutz und bei der Düngung um – und welche praxistauglichen Lösungen haben sich in der Betriebsführung wirklich durchgesetzt?

2. Ukraine im EU-Binnenmarkt – Chance oder Kostenfalle? Was würde es für ukrainische Betriebe bedeuten, unter denselben EU-Standards zu produzieren? Wie verändern sich Kostenstrukturen, Produktionsverfahren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit?

3. Wirkstoffverbote auf einen Schlag – Wie groß ist der Einschnitt? Während die EU-Mitgliedsstaaten Wirkstoffverbote über Jahre schrittweise umgesetzt haben, droht der Ukraine ein abrupter Systemwechsel. Welche Kulturen und Betriebe sind besonders betroffen – und welche Übergangsregelungen wären notwendig?

4. Droht eine Knappheit bei EU-zugelassenen Pflanzenschutzmitteln? Wenn die Ukraine mit ihrer enormen Anbaufläche auf EU-konforme Mittel umstellt, steigt die Nachfrage schlagartig. Sind Hersteller und Handel darauf vorbereitet – und welche Folgen hätte eine Versorgungsknappheit für alle Marktteilnehmer?

5. Voneinander lernen – Gemeinsam stärker? Deutsche und ukrainische Landwirte stehen vor denselben globalen Herausforderungen. Wo liegen die größten gegenseitigen Lernpotenziale – und wie kann eine konstruktive Zusammenarbeit beider Seiten konkret aussehen?

15.06.2026
APD