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EU und EBRD weiten Finanzierungsprogramm für ukrainische Unternehmen aus – Hilfe für Landwirte

Im Rahmen der am 4. Juni angekündigten Initiative wird die Europäische Union (EU) über ihre Ukraine Investment Framework zusätzliche 315 Mio. Euro in Form von Garantien, Zuschüssen und technischer Hilfe bereitstellen. Das Paket soll über Partnerfinanzinstitute der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE/EBRD) in der Ukraine neue Kreditvergaben in Höhe von 2 Mrd. Euro mobilisieren. Davon sollen mindestens 3.000 Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren und rund 180.000 Arbeitsplätze unterstützt werden.

Das Programm erweitert das bestehende Financial Inclusion Recovery Programme, das nach Angaben der EBRD aufgrund der starken Marktnachfrage erfolgreich umgesetzt wurde. Das neue Paket umfasst 200 Mio. Euro an Garantien, 105 Mio. Euro an Zuschüssen sowie 10 Mio. Euro für technische Hilfe.

Nach Angaben der EBRD wird die zusätzliche Unterstützung Unternehmen helfen, die infolge des Krieges mit steigenden Finanzierungskosten, gestörten Logistikketten sowie der Notwendigkeit konfrontiert sind, beschädigte Ausrüstung zu ersetzen oder zu modernisieren.

Für den Agrarsektor enthält das Paket besondere Maßnahmen für kleine landwirtschaftliche Betriebe. Mindestens die Hälfte aller Investitionsanreizzuschüsse wird an prioritäre Zielgruppen vergeben, darunter Unternehmen mit kriegsbedingten Schäden, Betriebe in vom Krieg betroffenen Regionen, von Veteranen geführte Unternehmen, Unternehmen, die die Reintegration von Binnenvertriebenen und Menschen mit Behinderungen unterstützen, sowie kleine landwirtschaftliche Betriebe und von Frauen oder jungen Menschen geführte Unternehmen.

Das Programm sieht Investitionsanreize in Höhe von 10 % bis 30 % der förderfähigen Investitionskosten für KMU vor, die Kapitalinvestitionen tätigen. Nach Angaben der EBRD wird die Unterstützung insbesondere auf leistungsstarke und grüne Technologien ausgerichtet sein, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Angleichung an EU-Standards fördern.

Das Paket zielt zudem darauf ab, kriegsbedingte finanzielle Risiken zu adressieren. Das Programm wird die Wiederbelebung des ukrainischen Versicherungsmarktes unterstützen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung von Lösungen zur Absicherung von Kriegsrisiken liegt. Ein Pilotprojekt wird Versicherungszuschüsse für KMU umfassen.

Darüber hinaus werden die EBRD und die EU den Einsatz des Mechanismus Enterprise Security Enhancement (ESE) ausweiten. Dieser ermöglicht es Banken, Kreditnehmern, deren Vermögenswerte durch den Krieg beschädigt wurden, einen teilweisen Schuldenerlass zu gewähren. Die Bank bezeichnete dies als Maßnahme zur Schließung einer kritischen Finanzierungslücke in Kriegszeiten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung von Anreizen für langfristige Investitionen.

Der ESE-Mechanismus soll Kreditrisiken mindern, die aus kriegsbedingten Verlusten entstehen. Nach Angaben der EBRD wird er dazu beitragen, die Kreditvergabe für Kapitalinvestitionen aufrechtzuerhalten, die Geschäftskontinuität zu sichern und die Widerstandsfähigkeit des ukrainischen Privatsektors zu stärken.

Die EBRD betonte, dass sie ihre Aktivitäten in der Ukraine seit der umfassenden Invasion Russlands im Jahr 2022 erheblich ausgeweitet habe und weiterhin der größte institutionelle Investor des Landes sei. Dabei konzentriere sie sich auf Energiesicherheit, die Widerstandsfähigkeit des Privatsektors sowie kritische Infrastruktur.

Finanziert wird das Programm über die Ukraine Investment Framework, die Teil der mit 50 Mrd. Euro ausgestatteten Ukraine Facility ist, welche geschaffen wurde, um öffentliche und private Investitionen für den Wiederaufbau und die Rekonstruktion des Landes zu mobilisieren. Die Fazilität wird durch Finanzinstrumente im Gesamtwert von 9,5 Mrd. Euro abgesichert.


 

Quelle: AGRAFACTS, No.60-26 07/06/2026, © AGRA-EUROPE Presse- und Informationsdienst 2026. Published by Agra-Europe (AgE), Bonn.  Editors: Rose O’Donovan & Chris Lyddon, 53 Rue d’Arlon, 1040 Brussels, Belgium. Tel:+32.2.2301122 Fax:+32.2.2306333 
 

07.06.2026
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