EU-Rapsernte 2026 leicht rückläufig
Die diesjährige Ernte der Staatengemeinschaft dürfte das Vorjahresergebnis knapp verpassen. Verluste in Frankreich, Polen und Rumänien, leichte Zugewinne in Deutschland.
Der Dachverband des europäischen Getreidehandels (Coceral) prognostiziert in seiner aktuellen März-Schätzung die Rapsernte in der EU-27 auf 20,1 Mio. t. Gegenüber der vorangegangenen Schätzung aus dem Dezember 2025 sind das 700.000 t weniger. Zum Vergleich: Die EU-Kommission sieht die vergangene Ernte 2025 bei 20,1 Mio. t, eine erste Prognose für 2026 steht noch aus.
Coceral rechnet im Jahresvergleich mit einer Ausdehnung des gemeinschaftsweiten Rapsanbaus um 140.000 ha auf annähernd 6,3 Mio. ha. Das vorhergesagte Minus des Durchschnittsertrages in der EU-27 um gut 4 Prozent auf 3,2 t/ha macht den positiven Flächeneffekt aber zunichte.
Im Jahresvergleich fallen die Erträge für viele große Erzeugerländer kleiner aus. Frankreich, Polen, Rumänien und Litauen sollen nach der aktuellen Coceral-Schätzung im März etwas weniger Raps ernten als 2025. Zusammen kommen sie auf 11 Mio. t, rund 600.000 t weniger als im Vorjahr. Für Deutschland mit 4,05 Mio. t und für Tschechien mit 1,1 Mio. t sieht es im Gegenzug nach leichten Zugewinnen von insgesamt 100.000 t für die Ernte 2026 aus. Gemeinsam stehen diese sechs Länder für 80 Prozent der EU-Rapsproduktion. In den übrigen 21 Mitgliedsländern werden die Landwirte der aktuellen Einschätzung folgend ihre Rapsernten zum Vorjahr um 100.000 t auf 3,8 Mio. t steigern. Tabellen finden Sie hier.
Deutschland erntet mehr Raps
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hatte vor knapp einer Woche in seiner ersten Schätzung die deutsche Rapsernte auf 4,1 (Vorjahr: 4) Mio. t prognostiziert, das wäre ein Plus von rund 3,7 Prozent. Demnach haben die deutschen Landwirte im vergangenen Herbst auf einer Fläche von 1,1 Mio. ha fast 5 Prozent mehr Raps ausgesät als 2025.
Mehr Sonnenblumen statt Mais
Da viele Landwirte in den vergangenen Jahren von Maiserträgen enttäuscht waren, dürften sie laut Coceral in diesem Frühjahr vermehrt auf Sonnenblumen umsteigen. Dies könnte die EU-Sonnenblumensaaternte gegenüber dem Vorjahr um 0,9 auf 9,5 Mio. t steigen lassen. Für die Sojabohnen könnte auf unveränderter Fläche unter dem Strich eine Erzeugung auf dem Vorjahresniveau von 3 Mio. t stehen.
Quelle: Agrarticker.de