Ein Jahr EU-Agrar-Vision: Bilanz und Ausblick
Unter der polnischen Ratspräsidentschaft begrüßten die Minister die starke Betonung der Ernährungssicherheit und die Bedeutung des Dialogs mit den Landwirten.
Die Vision gliedert sich in vier miteinander verknüpfte Prioritäten:
- Attraktiver Sektor mit fairer Vergütung und neuen Einkommensquellen
Neue Regeln zur grenzüberschreitenden Durchsetzung gegen unlautere Handelspraktiken (UTPs) wurden eingeführt, die UTP-Richtlinie evaluiert und die Gemeinsame Marktorganisation (GMO) gezielt angepasst, um die Stellung der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette zu stärken. Zusätzliche Einkommensquellen werden über die Bioökonomie sowie über Umweltdienstleistungen wie Naturkredite erschlossen. Für die Generationenerneuerung wurden eine eigene Strategie sowie die Plattform „Women in Farming" ins Leben gerufen.
- Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gegenüber globalen Herausforderungen
Das GAP-Vereinfachungspaket sowie laufende Vorschläge zur Vereinfachung der Öko-Regelungen und zur Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit wurden eingebracht. Zur Krisenvorsorge wurden ein Sicherheitsnetz sowie Flexibilitätsbeträge in den künftigen nationalen Regionalen Partnerschaftsplänen vorgeschlagen. Das Europäische Mechanismus zur Vorbereitung und Reaktion auf Ernährungssicherheitskrisen (EFSCM) wurde gestärkt. Eine spezielle EU-Task-Force für Importkontrollen wurde eingerichtet.
- Zukunftssicherer Sektor im Einklang mit Umwelt- und Klimazielen
Die Wasserresilienzstrategie wurde verabschiedet; erste Schritte zur Umsetzung der Carbon-Farming-Zertifizierung wurden eingeleitet.
- Wertschätzung von Lebensmitteln und Revitalisierung des ländlichen Raums
Der Ländliche Pakt wurde gestärkt, der Aktionsplan für den ländlichen Raum aktualisiert und Lebensmitteldialoge zur Einbindung aller Akteure des Agrar- und Ernährungssystems gestartet.
Für 2026 und darüber hinaus sind weitere Maßnahmen geplant, darunter ein Europäisches Ackerland-Observatorium, eine Nutztierstrategie, ein Proteinstrategie-Plan, ein Düngemittel-Aktionsplan sowie ein EU-digitale Strategie für die Landwirtschaft.
Angesichts steigender Produktionskosten, geopolitischer Spannungen, Lieferkettenunterbrechungen und klimabedingter Krisen hält die Kommission weitere Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des EU-Agrarsektors für möglich — und die Umsetzung der Vision gegebenenfalls für anpassungsbedürftig.
Quelle: data.consilium.europa.eu
18.03.2026
APD