Die EU reduziert ihre Getreideimporte: Die Ukraine verliert Marktanteile bei Getreide, dominiert aber den Ölmarkt
Auf dem europäischen Getreidemarkt verschiebt sich das Gleichgewicht der Lieferanten rasch, und die Ukraine verliert Marktanteile in wichtigen Segmenten. Gleichzeitig behaupten sich die ukrainischen Hersteller bei den Verarbeitungsprodukten nicht nur, sondern gehören weiterhin zu den Marktführern.
In den ersten 29 Wochen der laufenden Saison, vom 1. Juli 2025 bis zum 15. Januar 2026, gingen die Getreideimporte in die EU um 28 % zurück und beliefen sich auf 13,1 Mio. Tonnen. Der Rückgang betraf alle wichtigen Kulturen: Am stärksten gingen die Einkäufe von Roggen (–99 %), Gerste (–63 %) und Weizen (–44 %) zurück, während Mais (–19 %) und Hafer (–9 %) eine moderatere Entwicklung verzeichneten. Vor diesem Hintergrund verstärkt sich der Trend zur Diversifizierung der Lieferanten zugunsten von Alternativen zu der Ukraine.
Besonders auffällig sind die Veränderungen im Mais-Segment: Die Führung übernahmen die USA (33,7 %) und Brasilien (32,1 %), während der Anteil der Ukraine auf 27 % zurückging, gegenüber 57 % im Vorjahr. Ähnlich sieht es auf dem Markt für Weichweizen aus: Bei einem allgemeinen Rückgang der Importe auf 2,24 Mio. Tonnen hält die Ukraine einen Anteil von 21,4 % und liegt damit hinter Kanada (40,3 %). Den stärksten Rückgang verzeichneten die Gerstenimporte, bei denen der Anteil der Ukraine von 49,2 % auf 5,1 % sank.
Auch die Einfuhren von Ölsaaten in die EU gingen zurück – um 24 % auf 9,1 Mio. Tonnen. Den stärksten Rückgang verzeichneten Raps (–41 %) und Sonnenblumen (–23 %). Gleichzeitig spielt die Ukraine gerade bei Raps weiterhin eine Schlüsselrolle und deckt 55,3 % der Importe in die EU (1,15 Mio. Tonnen).
Auf dem Markt für Ölkuchensorten betrug der Rückgang 11 %. Die Lieferungen von Sonnenblumenkuchen gingen um 41 % zurück, wobei der Anteil der Ukraine 22,6 % (174,4 Tausend Tonnen) beträgt und damit hinter Argentinien (64,4 %) zurückbleibt. Im Segment Rapsschrot dominiert Kanada mit einem Anteil von 77,3 %, während die Ukraine 13 % hält.
Im Bereich der Pflanzenöle hingegen nehmen ukrainische Lieferanten die stärksten Positionen ein. Trotz eines allgemeinen Rückgangs der Ölimporte in die EU um 5 % dominiert die Ukraine in den Schlüsselkategorien: 92,3 % der Sonnenblumenölimporte (870.000 Tonnen), 68,6 % der Rapsölimporte (191.000 Tonnen) und 48,1 % der Sojaölimporte (151.000 Tonnen).
Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Getreideimporte und der Neuverteilung der Marktanteile unter den Lieferanten behalten die ukrainischen Hersteller somit ihre Wettbewerbsposition im Segment der verarbeiteten Produkte bei, insbesondere dank stabiler Lieferungen und einer effizienten Logistik.